Shamballa Untersberg

Zu Samhain 2019 hatte ich zum zweiten Mal ein Buch durchgelesen: Das weiße Land der Seele von der russischen Psychiaterin Olga Kharitidi. Ein Buch, welches mich beim ersten Mal schon sehr berührt hatte. Eine der Essenzen, die ich schon wieder vergessen hatte, ist das Wissen um das geheimnisvolle Land Belowodje, das vor vielen Jahrtausenden von einem ebenso legendären Schamanenvolk (Kams) besiedelt wurde. Manches deutete darauf hin, dass Belowodje im Altai-Gebirge liegt. Dort liegt auch die Denissowa-Höhle (vor 300000 Jahren zum ersten Mal besiedelt) mit ihren sensationellen archäologischen Funden. Die Buddhisten glauben an Shamballa, die Sibirier an Belowodje und es gibt weltweit den Glauben an ein geheimnisvolles unterirdisches Reich - ein Reich der Seelen und hohen feinstofflichen Wesen. Auch beim Untersberg deutet Vieles auf jene Innererde hin. Ein Salzburger Soziologe berichtete mir vor einigen Jahren von seinen Ergebnissen einer Art Feldforschung zu den Mythen des Berges während seines Studiums. Ich ging dem nach und fand die Bedeutung von Shamaballa im tibetischen Buddhismus. Der Dalai Lama gilt als Schlüsselbewahrer zum Eingang dieses Reiches, welches sogar über den Potala zu erreichen war (ist?). Dies sei wohl auch der Grund, dass er sich dem Untersberg verbunden fühlt und oft zu ihm gereist ist (vielleicht "nur" auf feinstofflicher Ebene?). Doch wie nennen wir Europäer die mystische Unterwelt, für die es weltweit verschiedene Namen (s.o.) gibt?  
Hat sich im Namen "Untersberg" bereits dieses Geheimnis bewahrt? In diesem Namen steckt bereits die Bedeutung des Berges, die "unter dem Berg" verborgen ist. Früher hieß er bei der Bevölkerung noch der "Wunderberg".
Auch die eher neuzeitliche Benennung als "Berg des Lichtes" deutet auf seine Macht und Energie hin. Schließlich erkennen wir in der Wilden Jagd, die in den Winterzeit zu den Rauhnächten umher zieht, dass die Bergmutter Percht schließlich die "Verlorenen Seelen", "die Armen Seelen" einsammelt und in ihr (Zwischen-) Reich zurück führt.
Gerade die Percht hat sich im Namen "Berchtesgaden" erhalten: das Reich der Percht = keltischer Namensursprung mit einer weiteren Interpretation als "Garten der Percht", der sich hier in seinem Äußeren zeigt, während die tiefen Geheimnisse um das Leben und Entwickeln der Seelen in ihrem Inneren - also "unter dem Berg" zu finden sind (siehe dazu auch die Bedeutung der Untersbergmandl als Seelenbegleiter und die Bedeutung der Drei Wildfrauen als Priesterinnen der Percht).
Es gibt für uns wohl nicht so einen klingenden Namen wie Belowodje, Shangri-La oder Shamballa, sondern "nur" eine einfache Bezeichnung: Untersberg - oder eben Shamballa Untersberg. 
Es heißt, Belovodye ist zu finden im Land der weißen Wasser, an dem heilige Menschen vom Rest der Welt getrennt leben. Gibt es nicht unzählige "Weißbäche" im ganzen Alpenraum?
Gibt es nicht zu beiden Seiten des Untersberges jeweils einen Weißbach?
Gibt es nicht auch bei uns jenes Land (Alpen) der weißen Wasser?
Mitte November beginnt der Sonnendurchgang am Teufelsloch - auch darunter entspringt ein Weißbach (Foto oben) und das Teufelsloch ist ein Sonnenauge der Schlafenden Hexe...  
Die Sprache der Mythologie ist eine spannende, tiefgehende Sprache der Natur, die wir uns wieder erschließen müssen.


Foto: Sonnendurchgang am Teufelsloch zur Wintersonnenwende