Herzstein

Historisches zum Herzstein im Kirchholz:          
Der Herzstein ist ein Kultstein des 20. Jahrhunderts. Er wurde im Rahmen von Kiesabbauarbeiten Anfang 1900 entdeckt bzw. freigelegt. Die versteckte Kiesgrube hat sich inzwischen selbst wieder renaturiert.
Pflege- und Säuberungsaktionen in privater Initiative haben dem Platz wieder ein würdiges Profil gegeben. Somit ist jener Stein ein Beispiel für die Entwicklung eines Kultplatzes und Kraftortes der Neuzeit.
Schon bald nach seiner Entdeckung kam es zur Legendenbildung und zu kultischen Feierlichkeiten. Auch eine Teufelssage ist aus jener Region bekannt.
Eine ältere Dame erzählte mir nach einem Vortrag, dass sie in Ihrer Kindheit oft bei dem damals als “Zauberstein” bekannten Felsen weilte.
Eine weitere ältere Einheimische berichtete mir, dass sie dort mit Jugendgruppen Jahreskreisfeste feierten... mehr
In jüngster Zeit kam uns auch schon der Name “Wunschstein” unter. Den - Anfang des Jahrtausends - entstandenen Namen Herzstein bekam er, als nach Ausräumung der mit Blättern und Steinen angefüllten Schale die herzförmige Schalenform erkennbar wurde.

Meine 1. Vortragsreihe Heimatwege 2006/2007 schloss mit einer Fackelwanderung zum Herzstein jeden Vortrag ab.  Der Herzstein war auch Bestandteil des 1. alpenschamanisch-geomantischen Kongresses Kraft der Erde im Jahre 2012 und wurde in diesem Rahmen vom Alpenschamanen David*Ho Zehnter und vom Alpenbarden Od*Chi mit einer Gruppe des Kongresses besucht.  

Geologisches zum Herzstein im Kirchholz:  
Ein Freund erzählte mir, dass in seiner Schulzeit der Zugang zum Herzstein noch mit der Hinweistafel Erratischer Block beschildert gewesen ist und auch Schulausflüge dorthinführten.  
Ein Findling, auch Erratischer Block genannt, ist ein heute meist einzeln liegender sehr großer Stein, der durch Gletscher während der Eiszeiten in seine heutige Lage verdriftet (transportiert und abgelegt) wurde. Die Grenze zwischen Findlingen und den kleineren Geschieben zieht man bei einem Volumen von einem Kubikmeter. In der Jungsteinzeit wurden Findlinge im Norden Mittel- und Westeuropas zum Bau von Hünengräbern verwendet. Die unverbaut liegengelassenen riesigen Steinblöcke tragen (teils seltsame) Eigennamen, die meistens mit Sagen und Legenden verbunden sind.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Findling  

Geomantisches zum Herzstein im Kirchholz:  
Der Herzstein ist das Zentrum der als Reichenhaller Triskel von Rainer Limpöck u. Markus Lerach († 2019) entdeckten geomantischen Dreiecks-Struktur mit seinen Eckpunkten:  
Langacker - bronzezeitlicher Brandopferplatz und
Sonnenkultplatz Teufelsloch - ein Felsenloch im Lattengebirge, das als alpines Sonnenauge fungiert
Keltenschanze - ein Kultplatz im Reichenhaller Ortsteil Schwarzbach  

Im Kirchholz wurde zur Bronzezeit bereits Sole - damals noch fast oberirdisch - gewonnen.

Im Museum Hallstatt kann man eine interessante Darstellung des Salzabbaus durch die Kelten besichtigen. Diese war auch in einer TERRA X-Sendung im ZDF zu sehen: die Kelten schlugen die Salzblöcke in Herzform aus dem Berg. Somit hat sich durch die Entdeckung des Herzsteins seine Symbolhaftigkeit für den Schatz des Reichenhaller Talbeckens, das weisse Gold, das Salz und damit die Sole ergeben.
  
Am 18.6.2010 lief in RFO  (Regionalfernsehen Oberbayern) ein  Beitrag über den Herzstein und Karlstein.  
Titel:  “ Kulturspiegel”: Zauberberge ein Besuch an Kraftorten im Alpenraum mit Rainer Limpöck

RFO - Zauberberge, ein Besuch an Kraftorten im Alpenraum mit Rainer Limpöck

Herzstein Fotos