Salzburgs goldene Zukunft


Salzburgs goldene Zukunft

Das Land Salzburg, das wie ein riesiger ungefüllter Topf zwischen den Bergen liegt, ist einstmals ein großes Gewässer gewesen, von dem nur ein paar Seen übriggeblieben sind. Was heute nach einem steilen Burgberg aussieht, ist einst ein kahler Steinkopf gewesen, als das Wasser abzufließen begann. Unter der Feste von Salzburg wohnt oftmals die weiße Frau Perchta, der man ja auch im Untersberg begegnet. Sie hat sich Salzburgs besonders angenommen und in den unterirdischen Räumen eine Reihe von Sälen einrichten lassen. Da wandert sie, wenn sie von ihren Ausfahrten nach Bayern und Steiermark heimkehrt, mit ihrem Gefolge durch die Gänge und Hallen.  Einige behaupten, dass die weiße Frau bald wieder eine der Goldadern in der Salzach öffnen werde, von denen einst lange Zeit der Stadt Wohlstand abhing. Später ist der Boden Salz und Muschelbruch geblieben; aber die schöne Himmlische hat den Salzburgern verkündet, dass nicht nur die Schätze der Bücherei und der heimlichen Wunder des Glaubens ihnen helfen werden, sondern die Salzach nahe davorstehe, eine neue Goldader anzufressen. Aber sie tut es im Verborgenen, und niemand weiß, wo es geschehen wird.  Wie sich alle Menschen für die Älpler freuen werden! Sie haben Salzburg nun einmal sehr lieb. 





Vor Urzeiten war das Salzburger Land tatsächlich ein großes Gewässer, da hat die Sage schon mal recht. Und auch der Festungsfelsen ragte einsam aus dieser urtümlichen Wasserlandschaft heraus. Nein, er war nicht einsam, denn benachbart waren der Kapuzinerberg, der Mönchsberg und der Rainberg.
Tatsächlich galt diese Region auch als „Reich der Percht“, über das sie als Urmutter, Bergmutter und Unterweltmutter herrschte. Salzburg war als Ursprungskultplatz historisch belegt. Hier siedelten und wirkten schon bald Mönche und Nonnen. Das Benediktinerinnenkloster Nonnberg (siehe Foto) am Ostabfall des Festungsberges ist das heute weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition. Historiker Dr. Georg Rohrecker sah in den Katakomben von Sankt Peter den Ort des ersten Kultes in der Region. 
Auch das Stift der Benediktinerinnen besitzt eine Krypta, in der sich das Felsengrab der heiligen Erentrudis und das Grabmal der seligen Regintrudis befindet. 
 
 
Aufgrund eigener Recherchen ist mir eine unterirdische Verbindung zwischen Kloster und Dom bekannt. Und die Überlieferungen sprechen von einer weiteren unterirdischen Verbindung zum Untersberg. So zeigen und öffnen sich uns die “Säle der Frau Perchta”.
 Auch der mythologische Hinweis auf die „Schätze der Bücherei“ ist vielsagend, denn das Kloster Nonnberg wurde durch den Untersbergcode mit einer Art GPS (siehe Lazarus Gitschner und der Mönche vom Untersberg) als der Ort entschlüsselt, an dem die letzten Geheimnisse des Berges zu finden sind. 
 
Das alte Frauenwissen über die Percht wird also heute noch in einem uralten Frauenkloster bewahrt. 
Und was die Goldader betrifft, sie hat sich vor gut 200 Jahren aufgetan, als der Tourismus in Salzburg begann und dieser stetig wachsende Strom hat die Stadt bereits in eine goldene Zukunft geführt. 

Foto: Das Kunstobjekt Sphaera auch scherzhaft als „Balkenhol-Mozartkugel bezeichnet symbolisiert Salzburgs goldene Zukunft.