Unterwelt

Unterwelt am Untersberg

Fakten:
Der Name Untersberg wurde von seiner geheimnisvollen Unterwelt geprägt. (historisch belegt)
Die Wunder des Wunderberges stehen mit seiner Unterwelt im Zusammenhang.
Die Überlieferungen beziehen sich häufig auf seine Unterwelt, in denen u.a. die bergbaukundigen Untersbergmandl, die gestaltgebenden Riesen und die schlafenden Kaiser wirken.
Die Sage von Lazarus Gitschner ist wohl im Alpenraum die beeindruckendste Überlieferung mit Jahresangaben im 16. Jahrhundert, genauen Ortsbezeichnungen, Namensnennungen und okkulten Szenarien.
Es soll 12 unterirdische Verbindungen zu den umliegenden Kult-/Kraftorten geben.
Dabei möchte ich 3 Klöster hervorheben:
- Berchtesgaden (Franziskaner)
- Bad Reichenhall – St. Zeno (Augustiner Chorherren)
- Salzburg – Nonnberg (Benediktinerinnen)

In der Gitschner-Sage wird der sogenannte „Untersbergcode“ überliefert
– und zwar von einer längeren Version, die als eine Art GPS-Code auf das Kloster Nonnberg verweist
  (Es ist von den Untersbergklöstern das einzige Frauenkloster.)
- und in einer kurzen, die als christliche Umformung zu verstehen ist (surget satum).
Am Ort der Auffindung des Untersbergcodes findet sich eine imposante „Felsenkathedrale“ (Höhle Steinerner Kaser).
In dieser Felsenkathedrale zeigt sich ein Naturschauspiel:
der Sonnendurchgang zur Sommersonnenwende

In der Stiftskirche St. Zeno zeigt sich ein menschlich inszeniertes Naturschauspiel:
der Sonnendurchgang zur Wintersonnenwende,
der wieder korrespondiert mit
dem Sonnendurchgang zur Wintersonnenwende am Teufelsloch im Lattengebirge,
an dem vermutlich in der Frühgeschichte die Göttin Percht verehrt bzw. gefeiert wurde.
Nach dem verheerenden Klosterbrand 1512 wurde die Krypta „aufgegeben“ - so steht es geschrieben bzw. zugeschüttet.
Warum sollte eine massive Krypta, die vermutlich den damaligen Brand noch am besten überstanden hatte und die ganzen Gräber der Gründer- und Nachfolgeäbte beinhaltet, zugeschüttet werden?
Analogien zur Situation vom steirischen Stift Vorau welches „zufälligerweise“ auch ein Augustiner Chorherren Kloster ist?
Interessant wäre ein Vergleich mit dem Verfüllungsjahr der Krypta von Vorau.

Auch der Dom zu Salzburg soll – der Gitschner-Sage nach – eine unterirdische Verbindung zum Untersberg besitzen.
Bemerkenswert dazu ist die Sage:
DER SEE UNTER DER DOMKIRCHE
Die Domkirche zu Salzburg steht auf ungeheuren Gewölben, Mauern und Pfeilern, die tief in die Erde hinabreichen. Da unten liegt auch ein See, den die Sonne noch nie beschienen und der nur bewegt wird, wenn ein Erdbeben ihn erschüttert. Stadt und Domkirche können daher auch nie durch ein Erdbeben zugrunde gehen, weil sich dessen Gewalt allemal im Wasser bricht.
(Quelle: Freisauff, R. von, Salzburger Volkssagen, 2 Bde., Wien/Pest/Leipzig 1880, Bd. I, S. 303)

Hier wird also eine riesige Unterwelt unter dem Dom überliefert, die Heinrich Kusch anhand der alten Klosterpläne auch für Vorau belegt.
Ich vermute eine unterirdische Verbindung von Kloster Nonnberg mit dem Salzburger Dom (Luftlinie 300m !).
Die der heiligen Erentrudis geweihten Krypta im Kloster ist nicht frei zugängig.
Sie wurde 1471 vollendet.
Nur an einem Tag im Jahr – dem Gedenktag/Ehrentag von Erentrudis – am 30. Juni wird sie für einen besonderen Gottesdienst geöffnet...
...also wenige Tage nach der Sommersonnenwende.
Im Klostergelände soll sich ein früherer Klosterkirchenstandort auf einem heidnischen Kultort befunden haben. (historisch belegt)
Zwischen Salzburg und dem Untersberg – im sogenannten Moos (heute noch „Moosstraße“) - sollen Drachen gelebt haben, die schließlich vertrieben werden konnten.
Drachen symbolisieren häufig die besonderen Erdkräfte – also Mutter Erde und damit Frau Percht.
Wurde die Göttin bzw. der Glaube an sie in die Berge vertrieben, um dem christlichen Glauben Platz zu schaffen?

Was kann in der Klosterbibliothek von Nonnberg (Achtung: Kluasurbereich, also nicht frei zugängig!) diesbezüglich zu finden/entdecken sein?
Ähnlich wie im Kloster Vorau/Steiermark:
alte Pläne vom Klosterbau, der Krypta und den Kellergewölben
– und vielleicht unterirdische weitere Tunnelverläufe.
Bemerkenswert ist noch, dass dem Dom gegenüber – im Mönchsberg – die dortigen Katakomben als Kult-Ursprungsort von Juvavum/Salzburg gelten, also wiederum unterirdische Anlagen sind.

 

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