Karte Untersberg Landschaftsmythologie 2 mit Göttin klein2

Das ist die landschaftsmythologische Karte (openstreetmap) Berchtesgadens.
Am Eingang zum Berchtesgadener Tal liegen die beiden WĂ€chterberge Untersberg (=Schlafender Drache) und Lattengebirge (=Schlafende Hexe).
Der Mensch hat durch die Hallthurmer Festungsmauer (unbewusst?) eine Verbindung zwischen den beiden Schlafenden hergestellt.
Einzigartig im Alpenraum sind die Naturschauspiele die von der Hexe (Sonnendurchgang durchs Teufelsloch) und dem Drachen (Sonneneinfall im Steinernen Kaser) inszeniert werden. Wintersonnenwende und Sommersonnenwende sind so einst zu großen Jahreskreisfesten geworden, die heute noch im Umkreis (speziell; Johannishögl und Wolfschwang) gefeiert werden. Das Bewusstsein fĂŒr den Ursprung der Sonnenkulte ging allerdings verloren.
In der zentralen Untersbergsage von Lazarus Gitschner werden 12 heilige Orte rund um den Untersberg benannt, heute bezeichnen wir sie als Kraftorte bzw, KultplÀtze. Es sind dies die Kirchen der Untersbergmandl.
Sie sind die Seelenbegleiter, die die Verstorbenen in das unterirdische Reich (UNTERsberg!) der Totengöttin fĂŒhrten.
Somit gibt es 12 durch die Sage ausgewiesene Seelenwege, die als Tabuzonen fungieren. Niemand sollte die Armen Seelen (wie die Verstorbenen auch genannt werden) und ihren Begleitern in den Weg kommen. Davor wird in den Sagen auch immer wieder gewarnt.
Die letzten Reste verlorener Seelen sammelt dann in der Winterzeit die Wilde Jagd mit der Percht an ihrer Spitze ein.
Am und rund um den Untersberg ist auch das Reich der Priesterinnen der Percht - der Wildfrauen, Bethen, Drei Saligen. Sie kamen einst von ihren Wohnhöhlen (=Wildfrauenlöcher) in die TÀler hinab, um die Neugeborenen zu segnen.
Die Quellen der heiligen Berge Berchtesgadens sind die Geburtsorte, an denen die Seelen nach ihrer Ruhezeit in der Unterwelt wieder hinaus ins Leben gefĂŒhrt wurden. Auch gab es dort Fruchtbarkeitskulte.
Das Teufelsloch in der Hex' steht als DAS Symbol fĂŒr Fruchtbarkeit in der Region. Deswegen wurde es ja auch einst von der gestrengen Kirche dĂ€monisiert - und dann als eigenes, quasi kirchlich inszeniertes Schauspiel, in die Kirche vom Kloster Sankt Zeno integriert.
Achtung, die eingetragenen Linien der 12 Seelenwege sind nur ungefĂ€hre Eintragungen. Da aber die Bedeutung fĂŒr den Verlauf von Seelenwegen fĂŒr Haus- und Grundbesitzer und dortige Geistererscheinungen durchaus von Bedeutung sind, sollte auf meine Landkarte in Magisches Berchtesgadener Land  zurĂŒckgegriffen werden.

Landschaftsmythologie