Kaiser Karl

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Sagen vom UntersbergKaiser Karl_klein

1. Im inneren des Berges soll sich Kaiser Karl V. befinden und so lange schlafen bis sein Bart 3 x um den Tisch gewachsen ist. Zweimal ist das schon geschehen, erfolgt es das dritte Mal, dann erwacht der Kaiser aus seinem Schlafe und der Jüngste Tag bricht an.
2. Wenn 24 Raben 3 x um den Berg herumfliegen, so erwacht ebenfalls der Kaiser, muss aber dann noch so lange im Berge bleiben, bis der berühmte Zwergenstein gefunden ist, vermöge dessen alle Zwerge, die den Untersberg bewohnen, in Menschen verwandelt werden. Alsdann kehrt der Kaiser zu den Lebendigen zurück.
3. Wenn es jemanden gelänge, das Goldene Zepter, dass der Kaiser in der Hand hält, zu entwenden und damit 3 Streiche gegen den Untersberg zu führen, so wäre ebenfalls der Kaiser erlöst. Er würde dann mit seinem Heere aus dem Untersberg herauskommen und den allgemeinen Weltkrieg beginnen. Alsdann bricht der Jüngste Tag an.
4. An jedem Geburtsfeste des Kaisers findet eine feierliche Prozession der Zwerge auf dem Untersberg statt. Wehe dann demjenigen, der sich auf dem Berge befinde; er würde unrettbar verloren sein, denn die Zwerge lieben es, allein zu sein.

Quelle: Alpensagen von Theodor Vernaleken, Verlag Anton Puket 1938

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Der alte Kaiser im Untersberg

Im Untersberg sind viele Höhlen. Wer die richtige findet, kann durch die Höhle tief in den Berg hineingehen. Und wenn er Glück hat, kann er dort den alten Kaiser sehen, wie er mit seinen Leuten am Tisch sitzt, isst und trinkt und wartet, bis seine Zeit kommt zur Wiederkehr, wenn er an der Spitze der Guten auszieht um die Bösen zu vernichten.
Aber keinen Mucks darf er von sich geben, sonst muss er im Berg beim Kaiser bleiben und warten, warten.
Kommt er aber glücklich aus dem Untersberg heraus, dann hat er über hastdunichtgesehen graue Haar. Schon bei manchen hat man es gesehen.

(Kaitlwirt, 1927)

Quelle: Sagen, Märchen und Geschichten um Karlstein, Dr. Alfred Dieck, herausgegeben von der Gemeinde Karlstein

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Kaiser Karl im Untersberg

In dem Wunderberg sitzt außer andern fürstlichen und vornehmen Herren auch Kaiser Karl, mit goldener Krone auf dem Haupt und seinem Zepter in der Hand. Auf dem großen Walserfeld wurde er verzückt und hat noch seine Gestalt behalten, wie er sie auf der zeitlichen Welt gehabt. Sein Bart ist grau und lang gewachsen und bedeckt ihn das goldene Bruststück seiner Kleidung ganz und gar. An Fest- und Ehrentagen wird der Bart auf 2 Teile geteilt, einer liegt auf der rechten Seite, der andere auf der Linken, mit einem kostbaren Perlenband umwunden.
Der Kaiser hat ein scharfes und tiefsinniges Angesicht, und er zeigt sich freundschaftlich und gemeinschaftlich gegen alle Untergebenen, die da mit ihm auf einer schönen Wiese hin- und hergehen.
Warum er  sich da aufhält und was sein Tun ist, weiss niemand und steht bei den Geheimnissen Gottes.

(Brüder Grimm, Deutsche Sagen)

Quelle: Sagen, Märchen und Geschichten um Karlstein, Dr. Alfred Dieck, herausgegeben von der Gemeinde Karlstein


Kaiser Karl im Wunderberg und der Walser Birnbaum

Zur Heidenzeit hat ein wildes Zwergenvolk den Untersberg ausgehöhlt.
Mächtig dehnen sich seine Hallen und Säle. Grüne Matten breiten sich da unten; wunderbare Blumen blühen hier, und reiche Bronnen fließen.
12 Geistergänge führen aus dem Berg hinaus ins Deutsche Land. In einem weiten Saale, von dessen Marmorwänden Edelgestein leuchtet, thront Kaiser Karl der Große umgeben von Fürsten und Großen, von Scharen tapferer Krieger. Die glitzernde Krone auf dem Haupte und das Reichszepter in der Rechten ruhte auf dem Marmorsessel. Sein weißer Bart, von einem kostbaren Perlenband durchflochten, bedeckt das goldene Bruststück seiner Kleidung und ist 2 x um den Tisch gewachsen.
Von Zeit zu Zeit erwacht der Kaiser aus seinem Schlafe. Ein Edelknabe wird dann zum Geiereck gesandt um zu sehen, ob die Raben noch den Berg umkreisen. Ist dies der Fall und bringt der Knabe hier von Kund, so neigt der Herrscher mit leisem Weheruf sein Haupt und er versinkt mit den Seinen wieder in die alte Erstarrung.
Doch wenn 24 Raben, nicht mehr und nicht weniger – wenn des Kaisers Bart 3 x um den Tisch gewachsen (nach einer anderen Deutung) – dann ist Karls Zeit gekommen.
An der Spitze seiner Heerscharen wird er aus dem Berge hervorbrechen und, da Deutschland in größter Not liegt, gegen den Erbfeind eine blutige Schlacht schlagen auf dem Walser Felde. So reichlich wird das Blut fließen, dass es den Kriegern in die Schuhe hineinrinnen wird. Kaiser Karl aber wird den Kampf siegreich bestehen und nach gewonnener Schlacht auf einem 3füßigen Schimmel mit der Siegesfahne davon reiten. Der Kurfürst von Bayern aber wird sein Wappenschild an den Birnbaum auf der Walser Heide hängen.

(Hauptlehrer Rabenhofer, 1927)

Quelle: Sagen, Märchen und Geschichten um Karlstein, Dr. Alfred Dieck, herausgegeben von der Gemeinde Karlstein

 

 

 

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