Goldbruendl decodiert

Vom GoldbrĂŒndl berichten die Überlieferungen, dass es von einem Mönch bewacht wird.
Mönch, Wildfrau, Untersbergmandl, Goldschatz....
Motive, die in vielen Untersbergsagen vorkommen, die aber auch die Bedeutung des GoldbrĂŒndls verdeutlichen.
Im August 2014 passierte etwas Bemerkenswertes (siehe Artikel im Berchtesgadener Anzeiger unten):
das BrĂŒndl wurde zugeschĂŒttet und zubetoniert im Rahmen einer Initiative zur Wasserversorgung des Stöhrhauses (DAV). Aufgrund schneller und umfangreicher Proteste gegen die Zerstörung eines besonderen Geotops mit mythologischen Hintergrund (s. Sage.) wurde zugesagt, dass das BrĂŒndl umgehend in den Urzustand zurĂŒckgesetzt wird. (nachzulesen auch auf facebook)


Spiegelwelt Untersberg!
Befreit die Geister unserer Quellen!

Das GoldbrĂŒndl auf dem Untersberg leuchtet wieder

Bischofswiesen – Nach der Aufregung der letzten beiden Wochen um das GoldbrĂŒndl sollte nun wieder Ruhe einkehren auf dem Untersberg. Auf Druck der Alpenvereinssektion Berchtesgaden stellte der fĂŒr die Betonierung des kleinen Quellbeckens auf dem Untersberg zustĂ€ndige Planer am Freitag den vorherigen Zustand wieder her. Sektionsvorsitzender Beppo Maltan, der in den letzten Wochen wie einige seiner Vorstandskameraden heftig kritisiert worden war, stellte gegenĂŒber der Heimatzeitung klar: »Die an der GoldbrĂŒndl-Quelle durchgefĂŒhrte AuffĂŒllung und Betonabdeckung wurde von der DAV-Sektion Berchtesgaden weder beauftragt noch ausgefĂŒhrt.«

In mehreren Leserbriefen und auf Facebook waren vor eineinhalb Wochen die Wogen hochgeschlagen. Schließlich hatten einheimische Berggeher entdeckt, dass das GoldbrĂŒndl zugeschĂŒttet und sogar mit Beton aufgefĂŒllt worden war. TatsĂ€chlich wollte die Alpenvereinssektion die QuellausschĂŒttung testen, um im Bedarfsfall das rund 100 Meter höher liegende Stöhrhaus mit frischem Trinkwasser versorgen zu können. Denn das Unterkunftshaus wird bislang lediglich mit Regenwasser versorgt, das ĂŒber das Dach gesammelt und in großen Wassertanks gespeichert wird. Allerdings wusste man im Verein nichts davon, dass das GoldbrĂŒndl komplett zubetoniert worden war. Sektionsvorsitzender Beppo Maltan hatte davon aus dem »Berchtesgadener Anzeiger« erfahren. Kein Wunder also, dass der Schönauer sauer war, zumal zahlreiche Kritiker gegen den Alpenverein Stimmung machten.

Nun stellten Beppo Maltan und Sektions-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernhard KĂŒhnhauser gegenĂŒber dem »Berchtesgadener Anzeiger« klar: »Die Arbeiten wurden eigenmĂ€chtig ohne Wissen und Auftrag der Sektionsverantwortlichen durchgefĂŒhrt. Weder eine Betonabdeckung noch eine AuffĂŒllung waren fĂŒr unsere Voruntersuchungen zur Nutzbarkeit der Quelle notwendig.«

Die spĂ€te Reaktion der Sektion erklĂ€rt Beppo Maltan damit, »dass wir erst Nachforschungen ĂŒber den Umfang und vor allem die Verantwortlichkeit der Maßnahmen unternehmen mussten.« Da die HĂŒttenwarte ehrenamtlich und in ihrer Freizeit tĂ€tig seien, habe das ein wenig gedauert.

Am Mittwoch letzter Woche fand laut Maltan ein GesprĂ€ch mit dem verantwortlichen Planer, der nicht Mitglied der Sektion Berchtesgaden ist, statt. Der habe bestĂ€tigt, dass er die Arbeiten eigenmĂ€chtig und ohne vorherige RĂŒcksprache mit der Sektion durchgefĂŒhrt hat. Er habe die Verantwortung fĂŒr die Arbeiten voll ĂŒbernommen und auch gegenĂŒber dem Landratsamt bestĂ€tigt.

Die Sektion hat den fĂŒr die Arbeiten Verantwortlichen aufgefordert, den Quelltopf wieder zu öffnen und wieder in seinen bisherigen Zustand zu bringen. Dies ist am Freitag geschehen. Der Beton wurde mithilfe eines Bohrhammers und eines Aggregats vollstĂ€ndig entfernt. »FĂŒr mich ist die Angelegenheit damit erledigt und ich werde mich zu diesem Thema nicht mehr Ă€ußern«, sagt Beppo Maltan, den dieses Thema wie seine ebenfalls ehrenamtlich tĂ€tigen Vorstandskollegen in den letzten Tagen viel Zeit und Nerven gekostet hat. UnverstĂ€ndlich ist fĂŒr Maltan auch, dass der bei den Bauarbeiten am Stöhrhaus tĂ€tige Baggerfahrer wegen der GoldbrĂŒndl-Aktion viel Kritik einstecken musste. »Dabei hatte der Mann mit dieser Sache nicht das Geringste zu tun«, stellt Maltan klar.

Und wie geht es mit der GoldbrĂŒndl-Quelle und der Stöhrhaus-Wasserversorgung jetzt weiter? »Das hĂ€ngt von den Auflagen des Gesundheitsamtes ab«, sagt Beppo Maltan. »Wenn das Gesundheitsamt uns vorschreibt, dass wir die Quelle nutzen sollen, dann werden wir es tun.« Doch der Alpenvereinschef deutet gleichzeitig an, dass er nach der heftigen Diskussion der letzten Tage und auch aufgrund der WasserqualitĂ€t nicht von einer Nutzung des Quellwassers fĂŒr das Stöhrhaus ausgeht. Immerhin ist man in puncto Regenwasser nun gut ausgestattet. Die neuen 50-Kubikmeter-Tanks mĂŒssten einige Zeit reichen. Ulli Kastner

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger 02.09.2014
 

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