Frau Bercht

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Sage von der Frau Bercht


Um Weihnachten zieht die Frau Bercht (oder Perch, Perchta) umher, um die bösen Kinder mitzunehmen, welche das Jahr hindurch nicht gefolgt haben. Sie ist eine sehr große Frau, hat Haare von Flachs und trägt gern ein langes weißes Kleid. Sie stellt sich gewöhnlich zum Stadltor hin, von wo aus sie alles sieht und hört, was im Hause vorgeht. Besonders müssen die Mädchen ihre Spielsachen schön in Ordnung haben, um ihr zu gefallen, und die Mägde müssen auf Weihnachten ihren Spinnrocken sauber abgesponnen haben und ihn unters Dach hinauftragen. Geschieht das nicht, so haben sie das ganze Jahr beim Spinnen kein Glück mehr.

(Mündlich von einer alten Frau in Seibermoos im Innviertel. Im Salzburgerischen und in den angrenzenden Landesstellen von Steiermark hat sich das Andenken an diese Göttin am längsten erhalten. Vielfache Volksbräuche, aber auch Ortsnamen wie zB Berchtesgaden deuten darauf hin.)

Quelle: Alpensagen von Theodor Vernaleken, Verlag Anton Pustet 1938

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