Alphornbläser von Karlstein

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Die Alphornbläser von Karlstein und die Armen Seelen

Noch um 1850 wurde von St. Pangraz herab das Alphorn geblasen. Damals geschah es nur noch im Zweiklang. 20 Jahre zuvor waren es noch 6 Bläser gewesen und in der Zeit vor 1800 sind es immer 12 oder 13 Bläser gewesen. Für jeden Monat einer. Die Alphörner trugen ihre dahinhallenden Töne durch das Tal vor allem an 3 Abenden zur Dämmerzeit: Heilig Abend, zu Beginn der Nacht vor Philippi (also am 30. April) und am Johannisvorabend (also am 23. Juni). Auch bei anderen Gelegenheiten wurden Alphörner geblasen, zB. bei Hochzeitsvorabenden; aber das geschah nicht vom Pangraz-Felsen herab. Geblasen wurde von St. Pangraz, um den Armen Seelen zu helfen, die in der Weitwiese, aber auch wo anders als Irrlichter, Huckauf und anderswie umherirren und weder ins Fegfeuer, noch in die Hölle, noch in den Himmel kommen können. Ihr wisst schon, wer das alles ist. Jeder Ton aus dem Alphorn war für jede der Armen Seelen wie ein Rosenkranzgebet. Als aber der Glaube nachließ, hörte man auch nach und nach auf, das Alphorn zu blasen.

Quelle: Fagerbäuerin 1927 aus „Sagen, Märchen und Geschichten um Karlstein im Landkreis Berchtesgadener Land“ gesammelt von Dr. Alfred Dieck


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